Typgerecht: Wahrnehmen, motivieren, unterstützen

Prof. Dr. Christine v. Reibnitz

Wie wir Mitarbeitende wahrnehmen, beeinflusst unmittelbar, wie wir führen.
Sehen wir Menschen eher als kontrollbedürftig?
Oder als verantwortungsbereit, lernfähig und motiviert?

Gerade in Gesundheitseinrichtungen macht dieser Unterschied viel aus.

Denn dort geht es nicht nur um Organisation, Dienstpläne oder Abläufe.
Es geht um Teamarbeit, Kommunikation, Fehlerkultur – und am Ende auch um Patientensicherheit und Behandlungsqualität.

In ihrem Beitrag „Typgerecht: Wahrnehmen, motivieren, unterstützen“ betont Pro. Dr. Christine von Reibnitz, dass Menschenbilder prägen, wie Führungskräfte ihre Mitarbeitenden motivieren und unterstützen.

Und genau hier wird es spannend:

Nicht jeder Mensch braucht dieselbe Art von Führung.

Manche Mitarbeitende wünschen sich klare Orientierung. Andere brauchen Vertrauen und Freiraum.
Wieder andere entwickeln sich besonders gut durch persönliche Unterstützung, Feedback und Sinnvermittlung.

Die Modelle von Edgar Schein und Douglas McGregor zeigen, wie unterschiedlich Menschenbilder sein können – und welche Wirkung sie auf Führung haben.

Für moderne Führung bedeutet das:

Es gibt nicht den einen richtigen Führungsstil für alle.

Gute Führung ist typgerecht.
Sie nimmt Menschen bewusst wahr.
Sie erkennt Motive.
Sie unterstützt individuell.
Und sie schafft Bedingungen, unter denen Mitarbeitende Verantwortung übernehmen können.

Gerade im Gesundheitswesen ist das kein „Soft Skill“.

Es ist ein Qualitätsfaktor.

Denn wer Mitarbeitende besser versteht, führt klarer, kommuniziert wirksamer und stärkt eine Kultur, in der Menschen sicherer, zufriedener und verantwortlicher arbeiten können.

VON REIBNITZ, C. (2026). Typgerecht: Wahrnehmen, motivieren, unterstützen. Pflegezeitschrift, 79 (1), 14-16